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Wenn die "Wind"-Instrumente sich mit dem Klang des Pianos vermischen, dann sehe ich innerlich das Bild vor mir... "Piano in den Winden", oder um es in meiner Sprache zu sagen...
"Piano en los Vientos".
Als René mich einlud, ein Duo-Projekt mit ihm zu starten und auch ein paar Kompositionen beizusteuern, wählte ich unter anderem einige folkloristische Stücke aus. Bereits bei unseren ersten gemeinsamen Konzerten war die Stimmung im Publikum und auf der Bühne sehr locker, fast familiär, so wie ich es von Argentinien gewöhnt bin, wo sich auf Festen immer jemand traut, spontan ein Lied zu singen. Seit dieser Zeit hat sich unser Duo immer weiter zu einem sehr rhythmischen und farbenreichen Zusammenspiel entwickelt.

When wind instruments melt together with the sound of the piano, then I see the picture of a "piano in the Winds", or to say it in my own language "Piano en los Vientos".
As Rene' invited me to start a Duo project together and bring a couple of tunes in, I also chose some significant Folk songs for it, besides others. Already on our first recitals, the mood within the audience and on stage has been very easy, almost familiar, so as I have been used to in Argentina, where it 's usual to sing a song spontaneously on a celebration.
Since then, our Duo performances have developed gradually into a rhythmic and colourful interplay.

Gabriel Pérez
September 2003


René Pretschner - Piano

Gabriel Pérez - Saxophon, Clarinet, Flute


Gabriel Pérez ist ein Musiker, der neue Elemente argentinischer Musik entwickelt hat und sie mit dem traditionellen Stil seines Heimatlandes verbindet, um daraus einen einzigartigen Klangcharakter zu kreieren.
In seinen Kompositionen ist er bekannt für seine kontinuierliche Hingabe zum Detail, beim Spiel für seine folkloristische Ausdruckskraft.

In seinem Heimatland Argentinien spielte er verschiedene Studio-Aufnahmen mit führenden Musikern ein, wie Litto Nebbia, Mono Fontana, Pedro Aznar, Rodolfo Mederos, Daniel Homer, César Franov, Gustavo Bergalli, Hermanos Ingaramo, Fito Paez, in Europa mit Musikern wie Paquito D´Rivera, David Liebman, William Galison, Mike Stern, Quique Sinesi.

Seine Kompositionen erscheinen in seiner eigenen CD-Reihe „Música Argentina“:

1997 „La Chipaca“ - Música Argentina Vol. 1: Argentinische Folklore trifft Jazz,
CD Produktion Gabriel Pérez.

1999 „Alfonsina“ – Música Argentina Vol. 2: Argentinischer Tango/Folklore trifft Jazz, traditionelle Musik, CD Produktion Gabriel Pérez.

2004 „La Banda Grande“ – Música Argentina Vol. 3: Argentinische Musik für Big Band, feat. David Liebman, Cologne Contemporary Big Band, (in Vorbereitung).


Gabriel Pérez is a musician who has created new elements of Argentinian music and combined them with the more traditional style of his homeland to develop a unique sound. He is known for his continuous attention to detail in his compositions, and his folklorish expressiveness. These accomplishments have afforded him great respect amongst internationally acclaimed musicians.

In his homeland Argentina he worked on various studio recordings together with some of Argentina`s best known musicians, Litto Nebbia, Mono Fontana, Pedro Aznar, Rodolfo Mederos, Daniel Homer, César Franov, Gustavo Bergalli, Hermanos Ingaramos, Fito Paez, in Europe with musicians like Paquito D`Rivera, David Liebman, William Galison, Mike Stern, Quique Sinesi.

His compositions are published in his own CD-serie „Música Argentina“:

1997 „La Chipaca“ – Música Argentina Vol. 1: Argentinian Folk Music meets Jazz,
produced by Gabriel Pérez.

1999 „Alfonsina“ - Música Argentina Vol. 2: Argentinian Tango/ Folk Music meets Jazz, produced by Gabriel Pérez.

2004 „La Banda Grande“ - Música Argentina Vol. 3: Argentinian Music for Big Band, feat. David Liebman, Cologne Contemporary Big Band, (in preparation), produced by Gabriel Pérez.

CD Besprechung PIANO NEWS Nr. 2/04:

Daß der Argentinier Gabriel Peréz ein passabler Saxophonist ist, wissen hierzulande nur eingeweihte Jazzfans. Daß er obendrein ein exzellenter Duo-Partner ist, zählt auch nicht eben zu den Gemeinplätzen der Szene. Der Wuppertaler Pianist René Pretschner - dieses Mal ohne seinen alten Weggefährten, dem Pianisten Melo Mafali - verwandelt im Duo mit Peréz einige ausgesuchte Kompositionen in kammermusikalische Kleinode. Unaufgeregt und bedächtig loten die beiden die Themen aus. In "Merceditas" wird die Bläserstimme ziseliert auf die rechte Hand des Pianisten übertragen, und das im Original hymnische "Afro Blue" von John Coltrane wird zum etwas weniger hitzigen, dennoch brodelnden Duo-Stück mit Pianoschwerpunkt. Die Titelkomposition "Piano en los vientos" scheint tatsächlich im Wind zu wogen, das schwebende "Tierra tibia" verführt zum Träumen und "Tarde de Chuva" tanzt und springt höchst vergnügt aus den Instrumenten.

Der sonst so tastengewaltige Tausendsassa aus dem Bergischen Land verzichtet hier fast ganz auf pianistisches Feuerwerk, spielt eher wie ein gestaltender Sänger und ist sich selber dabei ein punktgenauer und geschmackssicherer Begleiter. Pretschners Spiel ist präzise, seine Begleitung wirkt offenbar inspirierend, und Gabriel Peréz wiederum wirkt auf den Pianisten fast so befeuernd wie Melo Mafali in den zahlreichen Einspielungen zuvor. Heiter und unbeschwert klingt das alles, und sauber eingespielt ist es außerdem. Dennoch ist das Album ruhiger und intimer geworden als die zahlreichen Duo-Alben der letzten Jahre geraten. (Tom Fuchs
- Journalist)

CD Besprechung Jazzthing - Nr. 11/03:

Kennen tun sich die beiden schon länger, auch musikalisch. "Pianos en los Vientos", das Klavier in den Winden der Blasinstrumente, ist allerdings die erste Duoplatte des argentinischen Saxophonisten, Klarinettisten und Flötisten mit dem Pianisten René Pretschner. Sie ist naturgemäß eine intime Platte, voller Wärme und geprägt von der oft einfachen und vielfach folkloristischen Melodien und behutsamen Zusammenspiel. Die Themen der Stücke stammen außer John Coltrane´s "Afro Blue" aus Südamerika oder aus der Feder der zwei Protagonisten und verraten viel über Lebensgefühle. Bedächtigem oder Heiterem gibt Pérez einen oft lyrischen Tonmit und kann sich dabei auf die passende "Unterfütterung" durch Pretschners Piano-Noten sicher sein, die rhythmisch und feinfühlig zugleich sind. Das Ergebnis ist eine Musik frei von jeglicher Hektik des modernen Lebens, die Sinnen und Seele gleichermaßen gut tut.
(Chr. Giese - Journalist)


Kritik zum Konzert im CARIBE am 26.04.2004
(WZ am 30.04.2004)

Vom Tango bis zum Wiegenlied

(sad). "Eigentlich wissen wir voher nie genau, was passiert" - auch wenn sie sich schon seit Jahren kennen, ist jeder gemeinsame Auftritt für den Wuppertaler Pianisten René Pretschner und den aus Argentinien stammenden Saxophnisten Gabriel Pérez ein neues Abenteuer. Ihre von Improvisationen geprägte Musik ist ein Spiel mit vielen Variablen.
"Piano en los Vientos - das Klavier und die Winde" lautet der Titel ihres vom Wuppertaler Label "Greenhouse Music" neu herausgebrachten Albums, das die beiden Vollblutmusiker bei einem Konzert im Caribe präsentierten.
Wohltuend unaufgeregtes Jazzpiano verschmilzt auf der ersten Duo-CD der befreundeten Musiker - die bisher nur in größerer Besetzung zusammen gearbeitet haben - mit Tangoklängen und argentinischer Folklore. Dabei entstehen fließende Klanglandschaften von betörender atmoshärischer Dichte.
Der Multiinstrumentalist Gabriel Pérez erweist sich nicht nur auf dem Saxophon, sondern auch auf Flöte und Klarinette als eindringlicher Erzähler. Mit wunderbar ruhigem, lässigen Pianosound werden die Höhenflüge der drei Windinstrumente von René Pretschner immer wieder geerdet. Ausgesprochen organisch wird der rhythmische Part zwischen den beiden Duopartnern, die ohne Bass und Percussion auskommen müssen, hin und her gereicht.
Stücke zeitgenössischer und klassischer lateinamerikanischer Komponisten wechseln sich ab mit vier Eigenkompositionen der beiden Musiker, darunter der Fernweh erzeugende "Night Train" von René Pretschner und das gefühlvolle Wiegenlied "Cancion de Cuna" von Gabriel Pérez. Bedrückend intensiv, aber nicht aufdringlich, entspannend und belebend zugleich - so vermittelt die CD die Stimmung eines Sommerabends.


CD Kritik aus Jazz Podium Nr. 3/04

Ein Album für verschneite Winterabende. Ruhige, meditative Klänge beherrschen das erste gemeinsame Projekt des Pianisten René Pretschner und des argentinischen Saxophonisten Gabriel Pérez, der hier auch Klarinette und Flöte spielt. Das Titelstück klingt wie ein Mischung aus der Kletzmer-Musik Giora Feldmans, die Ballade "Cancion de Cuna" (Wiegenlied) wird ihrem Titel gerecht und wiegt jedes Kind in den Schlaf. Das soll nicht heißen, dass diese Platte langweilig oder ermüdend ist: Sie beflügelt die Gedanken, entspannt und vermittelt Behaglichkeit. Die Melodien und Harmonien sind eingängig, ohne Ecken und Kanten, Free-Jazz-Liebhaber sind nicht die Zielgruppe. Selbst die jazzigen Stücke wie "Corta-Jaca" oder Coltranes "Afro Blue" strahlen Ruhe aus. Einzig im sehr schönen Stück "Merceditas", einer Folklore-Bearbeitung, scheint ein wenig vom südamerikanisches Temperament durch, das aber weit davon entfernt ist, "feurig" zu sein, wie es im Waschzettel geschrieben steht. Viele Passagen, zum Beispiel in "Tierra tibia", erinnern an die meditative Musik von Jan Gabarek. Kein Album für hektische Stunden.
Torsten Eßer

CD Kritik aus JazzThetik Nr. 03-04/04

3 von 4 Sternen

Obwohl sie sich wohl schon lange kennen, ist Piano en los Vientos die erste Duo-Aufnahme des Pianisten René Pretschner und des argentinischen Saxophonisten, Klarinettisten und Flötisten Gabriel Pérez. Es ist eine sanfte Angelegenheit, und das Repertoire, das mir bis auf Coltranes Afro Blue komplett neu war, äußerst entdeckungswürdig. Stücke argentinischer Komponisten wechseln sich ab mit zwei Kompositionen Pretschners - das phantasievolle "Night Train" und der Titelsong, eine einfühlsame Mischung - und zweien von Pérez, dem lyrischen "Cancion de Cuna" und dem abschließenden "Tierra Tibia".
Pérez einen versierten Multiinstrumentalisten zu nennen wäre eine Untertreibung, er schafft mehr: Auf jedem seiner vielen Instrumente ist er ein anrührender Geschichtenerzähler. An der Klarinette süß, aber nicht klebrig, an der Flöte melodisch und gefühlvoll, an den verschiedenen Saxophonen auch einmal scharf, aber immer swingend. Wer da am Klavier alle Register zieht, würde unangenehm auffallen, und das ist etwas, das René Pretschner nicht passiert. Er agiert vielmehr zurückhaltend, mit weichem Anschlag und lyrischem Ton gelingt es ihm, seinem Duettpartner die allzeit passende Umgebung zu kreieren. Exemplarisch sein Vorgehen in Paolo Mouras "Tarde de Chuva": Nach einer intimen und langsamen Einleitung biegt er beim Einsatz des Bläserthemas so geschmeidig in das nun schnellere Tempo ab, dass beide Musiker bei aller rhythmischen Raffinesse zu einer sinnfälligen Einheit verschmelzen. Musik für einen stillen Nachmittag - betörend, aber nicht betäubend.
Rolf Thomas


GreenHouseMusic: GHM 1019

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